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Strukturierte Textwiedergabe: Häufig gestellte Fragen

Dürfen oder sollen bei der strukturierten Textwiedergabe eigene Kommentare oder Stellungnahmen abgegeben werden?

 
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Die eigene Meinung zum Text hat in der strukturierten Textwiedergabe nichts zu suchen
Die Antwort auf diese Frage lautet ganz grundsätzlich: Nein.

Mit der ▪ strukturierten Textwiedergabe informiert man "nur" über den Inhalt, Aufbau und Gedankengang eines Textes. Und das sollte möglichst "objektiv" geschehen. (vgl. FAQ: Welche sprachlich-stilistische Form muss ich beachten?)

Und das bedeutet in diesem Zusammenhang eben

  • sachlich

  • neutral

  • distanziert

  • objektiv

  • keine Ausrufe

  • keine Fragen

  • keine ironischen Bemerkungen

Zur konkreten Schreibaufgabe kann auch eine gesonderte Stellungnahme gehören

Wenn im Rahmen einer komplexen, mehrteiligen Arbeitsanweisung zur strukturierten Textwiedergabe verlangt ist, seine Meinung zum Text oder einem darin enthaltenen Problem abzugeben, dann ist dies ein eigenständiger Arbeitsauftrag.

Ist dies der Fall kann man es leicht verwechseln mit einer ▪ Texterörterung, bei der die ▪ kritische Auseinandersetzung im Rahmen der Schreibform, die sich auch auf eine strukturierte Textwiedergabe stützen kann, abgegeben und formuliert werden muss.

Es kann also durchaus sein, dass eine Arbeitsanweisung mit dem Schwerpunkt "strukturierte Textwiedergabe" zweiteilig daherkommt:

  1. Verfassen Sie eine strukturierte Textwiedergabe zum Text.

  2. Nehmen Sie in Form einer kurzen Stellungnahme zum Text / zu dem Problem ... Stellung.

In einem solchen Fall hat aber die Aufgabenstellung immer noch eindeutig den Schwerpunkt Textwiedergabe.

Stellung nehmen ist mehr als kritisieren

Allzu oft wird die Stellungnahme verwechselt mit einer negativen Kritik eines Sachverhaltes. Dies muss aber keineswegs Inhalt und Ziel einer Stellungnahme sein. Denn Stellung nehmen kann man auf drei verschiedene Art und Weise, nämlich durch:

 

Aufgepasst bei Kommentaren und Wertungen, die im Text selbst stehen

Etwas ganz anderes ist es allerdings, wenn es sich bei den Kommentaren und Wertungen um Äußerungen handelt, die in der Textvorlage selbst vorkommen.

Sie müssen auf jeden Fall, und dies sogar mit einem besonderen Augenmerk darauf, wiedergegeben werden. Denn diese Kommentare usw. sind ganz wichtige Elemente, die zum Rückgrat der Argumentation in einem Text gehören.

Das soll das nachfolgende Beispiel verdeutlichen:

Hier muss Klartext gesprochen werden: Gewalttätige Aktionen unter der Flagge des Klimaschutzes haben in einer demokratischen Gesellschaft nichts zu suchen. Ich behaupte sogar, dass dies dem Klima schadet, weil es die Bereitschaft vermindert, in einem breiten gesellschaftlichen Konsens wirksame Maßnahmen zu ergreifen.

Es kann also, weil man das selbst gut findet, bei der strukturierten Textwiedergabe nicht heißen:

  • "Hier darf man sich gar nichts vormachen: Gewalt hat in einer Demokratie überhaupt nichts verloren und daher behauptet der Autor auch, solche Aktionen schadeten dem Klimaschutz."

    • "Hier man sich gar nichts vormachen": Indikativ statt Konjunktiv oder ohne irgendwelche Formulierungen, die Textwiedergabe signalisieren

    • "hat in einer Demokratie überhaupt nichts verloren": Mit dem Modalpartikel "überhaupt" wird die ursprüngliche Meinung des Autors noch verstärkt.

  • "Gewalt ist nie eine gute Idee. So sieht es auch der Autor / die Autorin, wenn sie will, dass Klartext geredet wird."

Stattdessen muss es etwa heißen:

Der Autor/die Autorin verlangt zu gewalttätigen Aktionen zum Klimaschutz eindeutig Stellung zu beziehen. Gewalt sei in einer Demokratie fehl am Platz. Zudem, so seine/ihre These, schade sie dem Klimaschutz, weil die Zustimmung der breiten Öffentlichkeit zu Klimaschutzmaßnahmen damit vermindert werde.

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 10.10.2019

 
 

 
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