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Strukturierte Textwiedergabe: Häufig gestellte Fragen

Wieso gibt es bei der Textwiedergabe kein Fragezeichen und kein Ausrufezeichen?

 
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Klingt auf den ersten Blick ziemlich seltsam die Frage, stimmt. Aber irgendwie hat sie es in sich. Und eigentlich ist das Ganze auch nicht so schwer zu verstehen.

Zuerst einmal musst du dir noch einmal klarmachen, was bei der strukturierten Textwiedergabe, genauer bei der Textwiedergabe i. e. S. (im Schaubild unten der graue Block unter der Überblicksinformation),  zu tun ist.

Du musst die schriftlichen Äußerungen eines anderen sachlich-nüchtern wiedergeben und damit den Leser deines Textes über Inhalt und Gedankengang des Textautors informieren.

Fragezeichen gibt es bei der strukturierten Textwiedergabe nicht!

Du selbst als Verfasser/-in deiner ▪ strukturierten Textwiedergabe fragst den, wenn auch nur vorgestellten Leser deines Textes gar nichts, sondern informierst ihn bloß. So teilst du ihm bestenfalls mit, dass der/sie als Autor/-in des Ausgangstextes (Primärtextes), seine/ihre Leser/innen fragt, eine Frage aufwirft oder eine  ▪ rhetorische Frage stellt.

Ein Beispiel:

Wenn also in einem Text steht:

"Was ist von einer Moral einer sich moralisch verstehenden Institution zu halten, die offensichtlich das Nicht-Geborenwerden für ein entschieden größeres Übel hält als die Unerfreulichkeit, an Unterernährung zu verrecken?"

dann kann die strukturierte Textwiedergabe nur so oder so ähnlich lauten:

Der Autor wirft die Frage auf, was von einer solchen Moral zu halten sei, die den Hungertod für weniger schlimm hält als das Nichtgeborenwerden.

Formulierungen wie:

  • "Da müssen wir uns fragen, was von ..." oder

  • "Was bringt eine solche Moral, wenn sie den Hungertod eher in Kauf nimmt als Geburtenkontrolle?"

sind aus den oben genannten Gründen bei der strukturierten Textwiedergabe nicht korrekt.

Ausrufezeichen "gehören" dem Autor des Textes

Wenn du das mit dem Fragezeichen verstanden hast, ahnst du unter Umständen schon, wieso sich das Ganze beim Ausrufezeichen ebenso verhält.

Das Ausrufezeichen kennzeichnet neben ▪ Aufforderungen Äußerungen (▪ Sprechakte), die mit einer erhöhten Lautstärke oder mit besonderer Eindringlichkeit geäußert werden (Engel 1996, S. 834)

Da du aber, wie gesagt sachlich-nüchtern über Aufbau, Inhalt und Gedankengang eines Textes informieren sollst, richtest du

  • keine Aufforderungen an deinen (vorgestellten) Leser,

  • appellierst nicht an ihn und

  • drückst auch nicht mit einem oder noch schlimmer: mit mehreren Ausrufezeichen aus, wie viel oder wie wenig dir persönlich an einer bestimmten Sache liegt.

Das allein ist Sache des Autors bzw. der Autorin, deine ist es, zu erfassen und zu beschreiben, wenn er/sie dies in seinem Text tut.

Ein Beispiel:

Wenn also in einem Text über die Fernsehsendung ▪ "Big Brother" steht:

"Oder soll das Ganze nur ein Spiel sein? Aber immerhin über 100 Tage!"  

dann kann die strukturierte Textwiedergabe nur so oder so ähnlich lauten:

Der Autor wirft die Frage auf, ob Big Brother nur als Spiel aufzufassen sei. Eindringlich bringt er aber die auf über hundert Tage angelegte zeitliche Dauer des Ganzen als Einwand gegen eine mögliche positive Antwort hervor.

Formulierungen wie: "Soll man Big Brother also einfach nur als Spiel ansehen? Das bei einer zeitlichen Dauer von über hundert Tagen!" sind daher bei der strukturierten Textwiedergabe nicht korrekt.

Also:

Fragezeichen und Ausrufezeichen gehören zu den sprachlich-stilistischen Gestaltungsmitteln des Ausgangstextes und haben in der strukturierten Textwiedergabe nichts zu suchen.

Was hilft?

Wer mit diesen Problemen zu tun hat, muss darauf achten:

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 10.10.2019

 
 

 
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