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Die Karlsschule - Textauswahl

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Gustav Hauber (1907)

 
GESCHICHTE
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Württemberg zur Zeit Herzog Carl Eugens (1728-1793)
Die Karlsschule
Überblick
Kurzer Abriss der Geschichte
Die Schüler der Karlsschule
Erziehung und militärischer Drill
Lehr- und Unterrichtspraxis
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Ständische Ungleichheit
Umzug nach Stuttgart 1775
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"Die Gesamtzahl der Zöglinge im engeren Sine, die in der von Februar 1770 bis November 1793 geführten Liste mit fortlaufender Nummerierung verzeichnet sind, beträgt 1495; dazu kommen die gleichfalls fortlaufend nummerierten Stadtstudierenden mit 715; zusammen also 2210. Außerdem hörten in den letzteren Jahren zahlreiche Personen aus der Stadt, die in irgendwelcher Berufstellung standen, Vorlesungen, ohne sich in die Listen einzuschreiben; ihre Zahl kann auf im Ganzen 300 geschätzt werden". (S.25)

"Was endlich das Lebensalter betrifft, so umfasste die Akademie der Regel nach Zöglinge vom 9.-21. Lebensjahr, doch so, dass beide Grenzen in nicht ganz seltenen Fällen nach unten bzw. oben überschritten wurden. Als Eintrittsalter ist gezählt worden: bis zum vollendeten 14. Lebensjahr 1098, zwischen 15. und 18. Jahr 323, über 18 Jahre 46 Zöglinge." (s.29)

"Die Stadtstudierenden, auch oppidani genannt, bilden einen anerkannten Bestandteil der Schule erst seit 1784; vorher waren solche nur ganz ausnahmsweise, im Ganzen 12, zugelassen worden. Von da an aber wurde der Unterricht in der Karlsschule, und zwar auf allen Stufen und in allen Fächern, auch solchen zugänglich gemacht, die nicht dem Internat angehörten, und es wurde hievon mehr und mehr Gebrauch gemacht: von 20 im Jahr 1784 stieg die Zahl bis zu 213 im Jahr 1792, um dann wieder auf 149 zu sinken, während die Zahl der Akademisten von 1784-90 sich zwischen 258 und 285 bewegt, und von auf 116 sinkt, so dass seit 1792 die Stadtstudierenden die Mehrheit bilden." (S.26)

"Von den eigentlichen Zöglingen der Anstalt, den 1495, gehörten der evangelischen Konfession um 1086, der katholischen - meist Söhne von außerwürttembergischem Adel und von württembergischen Militärangehörigen - 277, der reformierten - hauptsächlich Schweizer - 94, der griechischen - wesentlich Russen - 18.
Der Heimat  nach stammten aus Württemberg 715; aus Mömpelgard 63, dem übrigen Deutschland 469, Österreich 49; die Übrigen 199 aus andern Ländern, nämlich Frankreich 56, Schweiz 54, Russland 31, Polen 19, England 15, Italien 9, Holland 3, Dänemark 3, Schweden 2, Ostindien 3, Westindien 4. Von den 715 Stadtstudierenden stammten aus Stuttgart 220, aus dem übrigen Württemberg 223, aus dem übrigen Deutschland mit Österreich 188, aus Frankreich 31, der Schweiz 21, dem sonstigen Ausland 32. Es machen also Landeskinder, für welche ursprünglich die Anstalt ausschließlich bestimmt und eingerichtet war, im Ganzen wenig über die Hälfte aus; der Zustrom von außen war Wirkung des Ansehens und Ruhmes der Schule und insofern Gegenstand besonderen Stolzes für den Herzog.

Was die Berufsbestimmung betrifft, so finden sich in der Übersicht über die Geschichte der Schule, die Professor Drück anlässlich der Trauerfeier für den erzog gegeben hat, folgende Zahlen (die Stadtstudierenden miteingerechnet): Juristen 357, Militärs 420, Mediziner 182, Kameralisten, Forst- und Handelsleute 448, für Musik und Theater Bestimmte 53. Da aus den freilich sehr unvollständigen Akten sich teilsweise erheblich niedrigere Zahlen ergeben und nicht zu ersehen ist, wie bei der Berechnung verfahren wurde, mögen jene Zahlen als im Allgemeinen zutreffend, nicht aber als genau gesichert gelten.

Die Gesamtzahl der in den einzelnen Jahren am Unterricht beteiligten Zöglinge bewegt sich, wenn man den drei ersten Jahren absieht, zwischen 265 (1794) und 463 (1790); 1773-83 sind es durchschnittlich 337, 1784-94 alle zusammen durchschnittlich 367, darunter aber Akademisten durchschnittlich nur 227. Der Gesamtdurchschnitt durch alle Jahre beträgt 354 - eine im Verhältnis zur Mannigfaltigkeit der Ausbildungszweige sehr beachtenswert niedrige Zahl. - Die Zugehörigkeit zu den einzelnen Lehrgruppen  (i. Orig. gesperrt) weist innerhalb der einzelnen Jahre starke Verschiedenheiten auf; in sehr rohem Durchschnitt mögen von den 354 in den Jahren der ausgebildeten Schule angehört haben: den philologischen Abteilungen 95, den philosophischen 40, den Handelsabteilungen 35, den forstlichen 15, der kameralistischen 20, den militärischen 50, den medizinischen 15, den juridischen 40, den Künstlern 25, den Musikern und Tänzern 20." (S.26)

(Die fett hervorgehobenen Wörter sind im Original gesperrt gedruckt)

(aus: Hauber 1907/1909, S.26, gekürzt)

Württemberg zur Zeit Herzog Carl Eugens (1728-1793)
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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 26.09.2021

   
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