X-Links
Die
•
Analyse des
•
Ersten Auftritts (•
Text) in
▪ Heinrich von Kleist (1777-1811) •
Komödie • ›Der zerbrochne
Krug‹ kann unter
•
zahlreichen Aspekten
erfolgen.
Als der Dorfrichter •
Adam am Morgen aus seinem Schlaf
erwacht, ist "seine physische als auch seine ethische Integrität" (Wellbery
1997, S. 13) beschädigt. Im Gespräch mit seinem Schreiber •
Licht versucht er sich daher neu zu sortieren. Allerdings
gelingt ihm dies unter den Bedingungen, die ihm die Kommunikation
mit • Licht abverlangt, nicht, weil
er sich immer mehr in einem Netz von Lügen verheddert.
Dabei entfaltet der Text der Szene, wie dies auch das ganze Stück
tut, "ein Feuerwerk der Doppel- und Vieldeutigkeit", der auf einem
Wortwitz beruht, der oft "so dicht (ist), dass man manchmal meint,
die Sprache stolpere über sich selbst." (Michalzik
2011, S.247) Die Mehrdeutigkeit der Äußerungen der Figuren zieht
sich über das ganze Drama hin, wird aber schon an der ersten
Äußerung •
Adams in dem Stück (1.
Auftritt, V 3ff. )
deutlich:
ADAM. Ja, seht.
Zum Straucheln braucht's doch nichts, als Füße.
Auf diesem glatten Boden, ist ein Strauch hier?
Gestrauchelt bin ich hier; denn
jeder trägt
Den leid'gen Stein zum Anstoß in sich selbst.
Diese wenigen Worte seien, so
Michalzik (2011, S.247) weiter: "1.) eine Begründung Adams für
sein demoliertes Gesicht, 2.) eine grundsätzliche Erörterung über
die Frage, worüber man fallen kann, 3.) eine Anspielung auf das, was
in der vergangenen Nacht geschehen ist, 4.) ein Kommentar zum
Sündenfall am Anfang der Menschheitsgeschichte."
Mit seinen
einander widersprechenden Erzählungen über die Ursachen seiner
Verletzungen am Kopf und am Bein (1.
Auftritt, V 17 -
V 61;
2. Auftritt,
V 233 -
V 238;
5. Auftritt,
V 406 -
V 409;
10. Auftritt,
V 1459 -
V 1472 bzw.
V 1498) will sich
•
Adam immer wieder herausreden.
Trotzdem offenbaren nach Ansicht
Wellbery
(1997, S. 13) seine Lügen insgesamt auch
stets "ein Stück von der Wahrheit" (ebd.), die er mit ihnen verschleiern will. Die Wahrheit liegt
also nicht offen dar, sondern liegt auf einer anderen als der ein
faktischen Ebene. Dies wird deutlich, wenn man die verschiedenen
Dimensionen berücksichtigt, die nach Ansicht
Wellberys (ebd.) seinen Sturz in physischer, juristischer und
theologischer ausmachen. Worüber •
Adam gestürzt sei, sei "das
sexuelle Begehren gewesen, das seit Jahrhunderten die •
Ziege symbolisiert. Jene Ziege,
die gleichzeitig Adam mit seinem Klumpfuß darstellt: Satyr und
Satan, heidnische und christliche Figuration des gespaltenen
Zustandes, in dem der begehrende Mensch steht."
(ebd.,
S.14)
In diesem Arbeitsbereich werden die nachfolgenden Aspekte behandelt:
X-Links •
Strukturen
dramatischer Texte ▪
Quickie für Eilige: So analysiert man eine dramatische Szene ▪
Überblick ▪
Strukturbegriffe der Dramenanalyse •
Überblick
•
Alles auf einen Blick:
›Sprungbrett‹•
ABC der schulischen
Dramenanalyse
•
Eine dramatische Szene analysieren und
interpretieren
▪
Überblick
▪
Allgemeiner
Fragenkatalog zur Szenenanalyse ▪
Leitfragen für die
systematische Szenenanalyse
▪
Eine Interpretation schreiben
▪
Gestaltende Szenenanalyse und
-interpretation
▪
Szenenanalyse im schrittweise kooperativen Schreiben
▪
Methodenrepertoire zur
szenischen Erarbeitung von Dramentexten
•
Arbeitstechniken und Schreibaufgaben (Surfbrett)
•
teachSam-YouTube-Playlist Dramatische Texte und Theater •
teachSam YouTube-Playlist: Heinrich von Kleist "Der
zerbrochne Krug"
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
07.08.2026
|