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Der
• Erste Auftritt (•
Text) in
▪ Heinrich von Kleist (1777-1811) •
Komödie • ›Der zerbrochne
Krug‹ hat für das Drama eine wichtige Funktion bei der
Exposition der Vorgeschichte, der Dramengegenwart und der
zukünftigen Entwicklung. Mit den aus dem •
plurimedial präsentierten Dramentext gewonnenen Informationen, versucht der
Zuschauer/Leser den zu Beginn der Dramenhandlung gegenüber den im
Hier und Jetzt agierenden Figuren Informationsrückstand ein Stück zu
verringern und sich damit ein erstes Bild von der dramatischen
Situation und der möglichen Entwicklung der Dramenhandlung zu
machen. (•
Extinktion der Totalität). Die Exposition besitzt daher
grundsätzlich eine •
informativ-referentielle Funktion und eine
•
phatische Funktion
(= Aufmerksamkeitsweckung und Einstimmung des Zuschauers in die
fiktive Spielwelt (vgl.
Pfister
1977, S.124)
Im Rahmen der ▪
Exposition
werden dem Zuschauer verschiedene Informationen
unterschiedlicher Gegenstandsbereiche vermittelt:
Im
• Ersten Auftritt (•
Text) von
▪ Kleists • ›Zerbrochnem Krug‹
erhält der Zuschauer, abgesehen von anderen •
Codes und Kanälen der dramatischen Kommunikation,
die ihm z. B. je nach Bühnenbild und verwendeten Requisiten, je nach Statur
und Physiognomie der Figuren, ihrer Kostüme, •
Haltungen,
•
Bewegungen •
Gesten sowie •
Mimik handlungsintern Aufschluss über die zeitliche und
räumliche Situierung geben können, im Text die nachfolgenden
Informationen.
Kleist
selbst macht im
Nebentext, abgesehen vom Figurenverzeichnis unter dem die
Handlung mit einer kurzen Information lokalisiert wird ("Die
Handlung spielt in einem niederländischen Dorfe bei Utrecht") und
dem Szenentitel ("Szene: Die Gerichtsstube"). Diese Angaben sind
allerdings nur dem Leser des Dramentexts zugänglich, was aber nicht
bedeutet, dass jeder Zuschauer dem Stück bei seiner Inszenierung auf
einer Bühne ohne jegliches Vorwissen begegnet. Stattdessen dürften
die meisten, die heute eine Aufführung des Stücks besuchen, schon
über gewisse Grundinformationen verfügen.
Auf der Ebene des
dramatischen Textes macht Kleist jedenfalls nur spärliche Angaben
dazu und setzt auch auktoriale Vorgaben im Nebentext über das ganze
Stück hinweg nur sehr selten ein.
Verzichtet
eine Inszenierung, wie bei modernen Aufführungen oft üblich (•
Vergleichende Analyse von
Inszenierungen der Szene) auf
zeitgenössische Kostüme und ein ebensolches Bühnenbild, die zur
Vermittlung expositorischer Information beitragen, erfährt der
Zuschauer erst mit der Ankündigung des Revisionsbesuchs des
Gerichtsrat (V 69),
dass es sich um eine Gerichtsstube handelt und einen Richter mit
seinem untergebenen Angestellten (Licht). Die Rolle einer
Szenenillustration, die die zeitgenössische Inszenierung
verdeutlichen kann, stellt die Illustration zum 1. Auftritt dar, die
»Adolph von Menzel (1815-1905) für die 1877 herausgegebene
Buchausgabe der Komödie, allerdings als •
Buchillustration geschaffen
hat.
Die expositorische
Informationsvergabe erfolgt im • Ersten Auftritt auf der Ebene der verbalen
Kommunikation •
dialogisch und zwar als •
echt dialoghafter Dialog.
Was
mögliche Dominanzen bei diesen Expositionsbezügen angeht, dürfte von
der Rezeptionsseite aus betrachtet, wohl von einer Dominanz des •
futurischen Expositionsbezugs
auszugehen sein, da die Informationen über die Vorgeschichte ("was
der vermeintliche Sturz Adams mit der weiteren Entwicklung zu tun
haben wird, bleibt allerdings noch im Unklaren!) alle mit
dem mit Spannung erwarteten Eintreffen des Revisors aus Utrecht in direktem
Zusammenhang stehen.