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Texthandlungstyp Argumentieren

Begründen und Schließen

Textprozeduren - Texthandlungstypen mit ihren Subhandlungsschemata (indem-Relationen)


DIDAKTIK
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Formulierungen zur Beschreibung von Gedankengängen (Textbausteine)
Überblick
Gedankengänge allgemein beschreiben

eine Begründung geben
eine Bedingung angeben
Absicht und Zweck ausdrücken

eine Folge ausdrücken oder eine Folgerung ziehen
etwas einräumen
eine Meinung abgeben, etwas beurteilen oder bewerten
Gewissheit, Zweifel oder Vermutungen ausdrücken
etwas zustimmen oder mit etwas übereinstimmen
Ablehnung oder Widerspruch zeigen
eine Forderung erheben oder einen Vorschlag machen
auf etwas vor- oder zurückverweisen
etwas besonders hervorheben

Kompetenzerwerb beim Argumentieren
Argumentative Grundkompetenzen und besondere Kompetenzen beim schriftlichen Argumentieren
Textordnungsmuster zur Strukturierung beim schriftlichen Argumentieren

Thematische Entfaltung
Überblick
Deskriptive Themenentfaltung
Narrative Themenentfaltung
Explikative Themenentfaltung
Argumentative Themenentfaltung

Plausible Muster der Alltagsargumentation
Überblick
Ursache-Wirkung-Muster
Autoritätsmuster

Logische Fehlschlüsse erkennen

Begründen und Schließen stellen neben dem ▪ Positionieren, dem ▪ Konzedieren, dem ▪ Modalisieren und dem ▪ Reformulieren  eines der wichtigsten Subhandlungsschemata beim ▪ Argumentieren als Texthandlungstyp und einer ▪ argumentativen Themenentfaltung dar. Sie stellt eine • gegenstandsbezogene Textprozedur, die ihren kommunikativen Zweck mit bestimmten lexikalischen und/oder syntaktischen Prozedurausdrücken zu erreichen sucht.

Beim Begründen und Schließen geht es, darum bestimmte Positionen, die man im Rahmen einer argumentativen Auseinandersetzung einnimmt, auf verschiedene Art und Weise plausibel zu machen. Während die • Positionierungsprozedur mit ihren Prozedurausdrücken nichts über die Wahrheit, logische Gültigkeit oder die Berechtigung bzw. Legitimation des vertretenen Standpunktes aussagt, stehen diese Aspekte beim Begründen und Schließen im Mittelpunkt.

Dass erfolgreiches Argumentieren natürlich auch davon abhängen kann und dass es letzten Endes bei der Entwicklung einer umfassenden Argumentationskompetenz auch darauf ankommt, logische Fehlschlüsse zu erkennen und zu vermeiden, steht dabei allerdings nicht in Frage.

In der • Textlinguistik und der (Schreib-)Didaktik des Argumentierens dominieren in der Regel monologische Modelle. Das sind Modelle, bei denen ohne ein Gegenüber in einer Kommunikationssituation in Form einer Einzelargumentation, die logische Stichhaltigkeit analysiert oder eingeübt wird. Die einzelnen Argumentationsbeispiele werden dabei gewöhnlich mit  unterschiedlichen Argumentationsmodellen (z. B. Argumentationsmodell von Stephen Toulmin,einfache / erweiterte Argumentation, formal-logische Ansätze, Fünfsatz) betrachtet.

Dafür gibt es gute Gründe, zumal Schülerinnen und Schüler im Allgemeinen keine Kenntnisse darüber haben, was eine schlüssige Argumentation ausmacht bzw. mit welchen Elementen die eigene Ansicht über einen strittigen Sachverhalt plausibel gemacht werden können. Dass dabei allerdings beim schriftlichen Argumentieren die grundsätzlich "dialogische Rahmung des Argumentierens" (Steinseifer 2014, S.203) aus dem Blick gerät, wird in Kauf genommen.

Bei der • Analyse von mündlichen Alltagsargumentationen, die auch im Deutschunterricht vorgenommen werden können, ist dies hingegen nicht der Fall, da es hier stets um die Untersuchung einer dialogischen Form der Argumentation geht.

Die ▪ textprozedurenorientierte Schreibdidaktik geht hingegen von einem pragmatischen Argumentationsbegriff aus. Dieser steht auf der Grundlage der dialogischen Ausrichtung des Argumentierens und damit dem Prinzip "von Rede und Gegenrede" (Pohl 2007, S.354) und trägt auf dieses Weise als Mittel zur Kohärenzbildung auf der Textebene bei.

Dabei wird nicht primär nach der Wahrheit, logischen Gültigkeit oder Berechtigung bzw. Legitimation eines Standpunktes im Rahmen einer Argumentation gefragt, sondern danach, was man eigentlich tut, wenn man in einem dialogischen Rahmen argumentiert.

Wie eine Argumentation aufgebaut und im Einzelnen gestaltet wird, hängt maßgeblich davon ab, in welcher Kommunikationssituation und mit mit wem eine argumentative Auseinandersetzung geführt wird. Man argumentiert, so die pragmatische Sicht des Ansatzes der textprozedurenorientierten Schreibdidaktik, indem man sich z. B. ▪ positioniert, diese Position ▪ begründet und Schlussfolgerungen daraus zieht, die Ansichten anderer ▪ reformuliert, ▪ konzediert und seine eigene Position auf dieser Grundlage ▪ modalisiert. (• funktionale indem-Relationen)

Beim schriftlichen Argumentieren ist der/die jeweils Schreibende zwar auf sich gestellt, muss sich aber einen oder mehrere Kommunikationspartner*innen vorstellen. Auf diese Weise wird das schriftliche Argumentieren zu einem virtuellen Dialog. (vgl. Feilke 2008, S.155, vgl. Steinseifer 2014, S.203)

Die • gegenstandsbezogenen Textprozeduren die beim Begründen und Schließen im Vordergrund stehen, sind Begründungsprozeduren, Folgerungsprozeduren und u. U. auch intertextuelle Prozeduren. Aber auch Expositionsprozeduren, mit denen allgemeines Wissen über einen Sachverhalt dargestellt und und vermittelt werden soll, können bei der Begründung eines Standpunktes/Position/These von Bedeutung sein.

Begründungsprozeduren

Begründungen können als • gegenstandsbezogene Textprozeduren schriftsprachlich mit • Neben- oder • unterordnenden Konjunktionen realisiert werden, die in entsprechenden Textprozeduren eingebunden sind. Kausale Konjunktionen drücken dabei eine kausale Beziehung (Grund-Folge-Zusammenhang) zwischen zwei Teilsätzen eines Gesamtsatzes aus. Weil-Sätze haben dabei vorwiegend eine unterordnende Funktion (vor- oder nachgestellter Satz wie in den Beispielsätzen a und b). In der gesprochenen Sprache kann "weil" auch eine  nebenordnende Funktion haben. Grundsätzlich jedoch leitet die Konjunktion bevorzugt Sätze ein, die "Neues und Wichtiges als Begründung“ für die im vorangehenden oder nachgestellten Satz gemachte Aussage anführen (vgl. Engel 1998, S.268).

Kausale Konjunktionen, mit denen die Textprozeduren gebildet werden können, sind z. b. • da, da (…nun einmal), • weil, • denn, • zumal (da), um so mehr/weniger als, nun (da), • wo

Die Konjunktion • weil  wird bei der  kausalen Verknüpfung von Aussagen am häufigsten verwendet und lässt sich besonders vielseitig einsetzen. Damit gebildete • Weil-Sätze stellen Antworten auf Fragen nach den Geltungsgründen in einer Argumentation dar.

So kann man die Konjunktion weil verwenden, wenn man

Neben der Bedeutung der kausalen Konjunktionen bei Begründungsprozeduren werden Begründen mit zahlreichen nominalen und adverbialen Fügungen realisiert, die die jeweilige Begründungshandlung auch explizit ausdrücken können, wie die nachfolgenden Beispiele, die auch bei • Reformulierungen eine Rolle spielen, zeigen:

  • Das Hauptargument für ... ist ...

  • Er begründet dies damit, dass ...

  • Als Ursache für ... lässt sich festhalten ...

  • Die Ereignisse sind darauf zurückzuführen, dass ...

Gängige Begründungsprozeduren, die aber in verschiedenen Handlungsfeldern und den ihnen zugeordneten Textsortennicht überall dieselben sind, verdeutlichen auch die folgenden Beispiele:

  • Weil der Hund nicht an der Leine lief, rannte er über die Straße.

  • Das Auto konnte auf der schneebedeckten Fahrbahn nicht mehr rechtzeitig bremsen, weil die Winterreifen abgefahren waren.

  • Die Klimaerwärmung nimmt zu. Das liegt vor allem daran, dass  der CO2-Ausstoß in die Atmosphäre auf der ganzen Welt weiter wächst.

  • Da die Gefährdung unserer Demokratie durch Rechtspopulismus unterschätzt wird, werden keine effektiven Maßnahmen zur Verteidigung unserer demokratischen Freiheiten ergriffen.

  • Wegen des jüngsten Vorfalls von Cybermobbing in der Schule wollen Schüler und Lehrer jetzt gemeinsam etwas unternehmen, zumal sich solche Vorfälle im letzten Jahr mehrfach ereignet haben.

  • Der Kampf um die Gleichstellung der Geschlechter damit nicht abgeschlossen, denn es bleibt gerade auf diesem Gebiet noch viel zu tun.

  • Ich finde das Gedicht schön, weil ich das, was da steht, so richtig nachempfinden kann.

  • Er konnte den Beamer gar nicht kaputt gemacht haben, um so mehr als er an diesem Tag gar nicht in der Schule war.

  • Die Klimaschutz kommt kaum voran, um so weniger die Staaten ihre Interessen gegeneinander ausgleichen können.

Damit unter dem Blickwinkel der Rhetorik • kausale Argumente in Form des • Ursache-Wirkung-Musters letztlich keine • kausalen Fehlschlüsse werden, kann man auf den von Kienpointner (1996,S.156; 2005, S.6) entwickelten • Fragenkatalog zurückgreifen.

Folgerungsprozeduren

Folgerungsprozeduren stehen als • gegenstandsbezogene Textprozeduren an der Schnittstelle von Thesen und Argumenten, deren Konsequenzen auf bestimmte Handlungen mehr oder weniger zwingend verweisen. Sie signalisieren oder konstituieren den argumentationslogischen Übergang von Prämissen zur Konklusion.

Im Deutschen wird dieser Übergang oft mit »Kausaladverbien wie z. B. deshalb, darum, also, folglich, somit, demnach, oder auf Grund dessen eingeleitet. Als »Konjunktionaladverbien beziehen sie sich, grammatisch gesehen, auf den vorangehenden Satz.

Folgerungsprozeduren können auch auf verschiedene Art und Weise • modalisiert werden (• Modaloperatoren) oder mit • Konzedierungsprozeduren verbunden werden.

Folgerungsprozeduren werden mit zahlreichen nominalen und adverbialen Fügungen realisiert, die die jeweilige Folgerungshandlung auch explizit ausdrücken können, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen, die auch bei • Reformulierungen eine Rolle spielen, (vgl. Formulierungen, die eine Folge ausdrücken oder eine Folgerung ziehen)

  • Folglich steht für den Verfasser/den Erzähler/die Figur... fest, dass ...

  • Aus seiner Argumentation folgt, dass ...

  • Diese Aspekte haben nach Ansicht der Autoren zur Folge, dass ...

  • Aus diesen Gesichtspunkten ergebe sich, so der Autor/der Erzähler/die Figur..., dass ...

  • Daraus lässt sich nach Meinung der Autoren der Schluss ziehen, dass ...

Gängige Folgerungsprozeduren, die aber in verschiedenen Handlungsfeldern und den ihnen zugeordneten Textsortennicht überall dieselben sind, verdeutlichen auch die folgenden Beispiele und Folgerungsprozeduren.

  • Stefan ist ein guter Schüler. Folglich/vermutlich/wahrscheinlich wird er es weit

  • Der Erdüberlastungstag, der Tag, an dem Deutschland alle seine ihm zustehenden Ressourcen aufgebraucht hat, fällt dieses Jahr erneut auf einen früheren Tag als im letzten Jahr. Daraus folgt, dass Deutschland entschiedene Maßnahmen ergreifen muss, die dieser Entwicklung entgegenwirken.

  • etwas hat zur Folge, dass ...  

  • daraus ergibt sich...

  • daraus lässt sich der  Schluss ziehen ... 

  • etwas kann dazu führen, dass ...

  • zum Ergebnis kommen

  • die Folge davon ist, dass ... 

  • es ist zu hoffen...

  • es steht zu befürchten, 

  • es ist zu erwarten ...

  • daraus ist zu schließen ...

  • davon kann man ableiten ...

  • zurückführen auf ...

  • davor warnen ...

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 04.05.2025

   
 

 
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