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▪ logische Fehlschlüsse zu erkennen und zu vermeiden, steht dabei allerdings nicht in Frage. In der • Textlinguistik und der (Schreib-)Didaktik des Argumentierens dominieren in der Regel monologische Modelle. Das sind Modelle, bei denen ohne ein Gegenüber in einer Kommunikationssituation in Form einer Einzelargumentation, die logische Stichhaltigkeit analysiert oder eingeübt wird. Die einzelnen Argumentationsbeispiele werden dabei gewöhnlich mit unterschiedlichen • Argumentationsmodellen (z. B. • Argumentationsmodell von Stephen Toulmin, • einfache / • erweiterte Argumentation, • formal-logische Ansätze, • Fünfsatz) betrachtet. Dafür gibt es gute Gründe, zumal Schülerinnen und Schüler im Allgemeinen keine Kenntnisse darüber haben, was eine schlüssige Argumentation ausmacht bzw. mit welchen Elementen die eigene Ansicht über einen strittigen Sachverhalt plausibel gemacht werden können. Dass dabei allerdings beim schriftlichen Argumentieren die grundsätzlich "dialogische Rahmung des Argumentierens" (Steinseifer 2014, S.203) aus dem Blick gerät, wird in Kauf genommen. Bei der • Analyse von mündlichen Alltagsargumentationen, die auch im Deutschunterricht vorgenommen werden können, ist dies hingegen nicht der Fall, da es hier stets um die Untersuchung einer dialogischen Form der Argumentation geht. Die ▪ textprozedurenorientierte Schreibdidaktik geht hingegen von einem pragmatischen Argumentationsbegriff aus. Dieser steht auf der Grundlage der dialogischen Ausrichtung des Argumentierens und damit dem Prinzip "von Rede und Gegenrede" (Pohl 2007, S.354) und trägt auf dieses Weise als Mittel zur Kohärenzbildung auf der Textebene bei. Dabei wird nicht primär nach der Wahrheit, logischen Gültigkeit oder Berechtigung bzw. Legitimation eines Standpunktes im Rahmen einer Argumentation gefragt, sondern danach, was man eigentlich tut, wenn man in einem dialogischen Rahmen argumentiert. Wie eine Argumentation aufgebaut und im Einzelnen gestaltet wird, hängt maßgeblich davon ab, in welcher Kommunikationssituation und mit mit wem eine argumentative Auseinandersetzung geführt wird. Man argumentiert, so die pragmatische Sicht des Ansatzes der textprozedurenorientierten Schreibdidaktik, indem man sich z. B. ▪ positioniert, diese Position ▪ begründet und Schlussfolgerungen daraus zieht, die Ansichten anderer ▪ reformuliert, ▪ konzediert und seine eigene Position auf dieser Grundlage ▪ modalisiert. (• funktionale indem-Relationen) Beim schriftlichen Argumentieren ist der/die jeweils Schreibende zwar auf sich gestellt, muss sich aber einen oder mehrere Kommunikationspartner*innen vorstellen. Auf diese Weise wird das schriftliche Argumentieren zu einem virtuellen Dialog. (vgl. Feilke 2008, S.155, vgl. Steinseifer 2014, S.203) Die • gegenstandsbezogenen Textprozeduren die beim Begründen und Schließen im Vordergrund stehen, sind Begründungsprozeduren, Folgerungsprozeduren und u. U. auch intertextuelle Prozeduren. Aber auch Expositionsprozeduren, mit denen allgemeines Wissen über einen Sachverhalt dargestellt und und vermittelt werden soll, können bei der Begründung eines Standpunktes/Position/These von Bedeutung sein. Begründungen können als • gegenstandsbezogene Textprozeduren schriftsprachlich mit • Neben- oder • unterordnenden Konjunktionen realisiert werden, die in entsprechenden Textprozeduren eingebunden sind. Kausale Konjunktionen drücken dabei eine kausale Beziehung (Grund-Folge-Zusammenhang) zwischen zwei Teilsätzen eines Gesamtsatzes aus. Weil-Sätze haben dabei vorwiegend eine unterordnende Funktion (vor- oder nachgestellter Satz wie in den Beispielsätzen a und b). In der gesprochenen Sprache kann "weil" auch eine nebenordnende Funktion haben. Grundsätzlich jedoch leitet die Konjunktion bevorzugt Sätze ein, die "Neues und Wichtiges als Begründung“ für die im vorangehenden oder nachgestellten Satz gemachte Aussage anführen (vgl. Engel 1998, S.268). Kausale Konjunktionen, mit denen die Textprozeduren gebildet werden können, sind z. b. • da, da (…nun einmal), • weil, • denn, • zumal (da), • um so mehr/weniger als, nun (da), • wo Die Konjunktion • weil wird bei der kausalen Verknüpfung von Aussagen am häufigsten verwendet und lässt sich besonders vielseitig einsetzen. Damit gebildete • Weil-Sätze stellen Antworten auf Fragen nach den Geltungsgründen in einer Argumentation dar. So kann man die Konjunktion weil verwenden, wenn man
Neben der Bedeutung der kausalen Konjunktionen bei Begründungsprozeduren werden Begründen mit zahlreichen nominalen und adverbialen Fügungen realisiert, die die jeweilige Begründungshandlung auch explizit ausdrücken können, wie die nachfolgenden Beispiele, die auch bei • Reformulierungen eine Rolle spielen, zeigen:
Gängige Begründungsprozeduren, die aber in verschiedenen Handlungsfeldern und den ihnen zugeordneten Textsorten • nicht überall dieselben sind, verdeutlichen auch die folgenden Beispiele:
Damit unter dem Blickwinkel der Rhetorik • kausale Argumente in Form des • Ursache-Wirkung-Musters letztlich keine • kausalen Fehlschlüsse werden, kann man auf den von Kienpointner (1996,S.156; 2005, S.6) entwickelten • Fragenkatalog zurückgreifen. Folgerungsprozeduren stehen als • gegenstandsbezogene Textprozeduren an der Schnittstelle von Thesen und Argumenten, deren Konsequenzen auf bestimmte Handlungen mehr oder weniger zwingend verweisen. Sie signalisieren oder konstituieren den argumentationslogischen Übergang von Prämissen zur Konklusion. Im Deutschen wird dieser Übergang oft mit »Kausaladverbien wie z. B. deshalb, darum, also, folglich, somit, demnach, oder auf Grund dessen eingeleitet. Als »Konjunktionaladverbien beziehen sie sich, grammatisch gesehen, auf den vorangehenden Satz. Folgerungsprozeduren können auch auf verschiedene Art und Weise • modalisiert werden (• Modaloperatoren) oder mit • Konzedierungsprozeduren verbunden werden. Folgerungsprozeduren werden mit zahlreichen nominalen und adverbialen Fügungen realisiert, die die jeweilige Folgerungshandlung auch explizit ausdrücken können, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen, die auch bei • Reformulierungen eine Rolle spielen, (vgl. • Formulierungen, die eine Folge ausdrücken oder eine Folgerung ziehen)
Gängige Folgerungsprozeduren, die aber in verschiedenen Handlungsfeldern und den ihnen zugeordneten Textsorten • nicht überall dieselben sind, verdeutlichen auch die folgenden Beispiele und Folgerungsprozeduren.
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 04.05.2025 |
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